TEIL 2: Die fünf Bausteine eines guten Prompts
Dies ist Teil 2 der Ratgeberserie Grundlagen der KI Nutzung. In Teil 1 hast du gelernt, warum klare Sprache, Kontext und kleine Hilfen das Fundament jeder guten KI Kommunikation bilden. Dieser zweite Teil baut darauf auf. Er zeigt dir die fünf Bausteine, aus denen jeder erfolgreiche Prompt besteht. Sie machen deine Eingaben strukturiert, wiederholbar und deutlich leichter zu verbessern. Im nächsten Teil geht es dann um häufige Fehler und wie du sie vermeiden kannst.
Viele Menschen glauben, dass künstliche Intelligenz vor allem aus Datenmagie besteht. In Wirklichkeit ist KI Nutzung eine Form von Gesprächsführung. Die Maschine reagiert auf die Struktur, die du vorgibst. Sie braucht Orientierung. Und genau diese Orientierung entsteht durch fünf einfache Bausteine. Sie sind nicht kompliziert, sondern eher wie eine Schablone, die man jedes Mal neu einsetzt. Wenn du diese Bausteine verinnerlichst, wirst du merken, wie deutlich die Qualität deiner Ergebnisse steigt.
Was du in diesem Teil lernst
• Die fünf Bausteine eines Prompts
• Struktur für klare Eingaben
• Rollen, Kontext, Ziel, Regeln, Aufgabe
Baustein 1: Die Rolle als Startpunkt
Eine Rollenangabe ist nicht zwingend notwendig, aber sie erleichtert der KI den Einstieg. Sie legt fest, wie sie sprechen soll, welche Haltung sie einnimmt und welche Art von Erklärung du suchst. Rollen wirken wie ein kleiner Stimmfilter. Sie verändern nicht den Inhalt, aber die Stimmung des Textes.
Beispiele
„Erklär das Thema, als würdest du einer geduldigen Person helfen, die langsam lernt.“
„Erklär mir das sachlich und neutral ohne emotionale Formulierungen.“
„Erklär mir das anschaulich, als würdest du mit einer lernenden Person sprechen, die neugierig ist.“
Rollen müssen nicht komplex sein. Ein kurzer Hinweis reicht aus.
Tipp
Vermeide Rollen, die widersprüchlich sind. Einfach und klar formuliert ist besser als kunstvoll.
Baustein 2: Der Kontext als Grundlage
Der Kontext ist der wichtigste Baustein. Er ersetzt das Hintergrundwissen, das die KI nicht hat. Er klärt, was du gerade brauchst, warum du nachfragst, welche Richtung du bevorzugst und wo du stehst.
Beispiele
„Ich verstehe die Grundlagen von Elektrizität grob, möchte aber Spannung genauer lernen.“
„Ich suche kreative Ideen, um meine Fantasie im Alltag zu trainieren.“
„Ich möchte ein Thema verstehen, das mir im Unterricht schwerfällt.“
Kontext muss nicht ausführlich sein. Zwei klare Sätze können reichen.
Tipp
Stelle dir vor, du müsstest einer fremden Person das Wichtigste in wenigen Sekunden erklären. Genau so funktioniert Kontext.
Baustein 3: Das Ziel als Richtung
Während der Kontext beschreibt, wo du startest, beschreibt das Ziel, wo du hinmöchtest. Die KI braucht diesen Endpunkt. Ohne Ziel weiß sie nicht, ob sie beschreiben, vergleichen, erklären oder strukturieren soll.
Beispiele
„Ich möchte eine einfache Erklärung.“
„Ich möchte eine Liste mit Ideen.“
„Ich möchte einen Überblick über die wichtigsten Konzepte.“
„Ich möchte eine logische Analyse.“
Zielangaben sind wie Wegweiser. Sie verhindern, dass die KI abschweift oder zu komplex antwortet.
Tipp
Halte Ziele sehr klar. Ein Satz reicht. Du kannst später präzisieren.
Baustein 4: Die Regeln als Struktur
Regeln sind wie kleine Leitplanken. Sie sorgen für Form, Stil und Fokus. Sie verhindern, dass die Antwort zu lang, zu breit oder zu unverständlich wird. Besonders bei komplexen Themen helfen Regeln dabei, Struktur zu bewahren.
Beispiele
„Bitte nur drei Abschnitte.“
„Bitte ohne Fachbegriffe.“
„Bitte mit einem Beispiel aus dem Alltag.“
„Bitte Schritt für Schritt.“
Regeln machen es leichter, Antworten zu vergleichen oder zu wiederholen.
Tipp
Nutze Regeln sparsam. Eine oder zwei Regeln genügen. Zu viele Regeln verkomplizieren die Eingabe.
Baustein 5: Die Aufgabe als abschließender Arbeitsauftrag
Die Aufgabe ist der konkrete Punkt. Die KI weiß durch sie, was sie tun soll. Erklären, auflisten, analysieren, vergleichen, simulieren oder Beispiele liefern. Die Aufgabe ist die eigentliche Aktion.
Beispiele
„Erkläre mir den Unterschied zwischen Masse und Gewicht.“
„Gib mir fünf kreative Übungen für Fantasie.“
„Zeig mir eine Situation aus dem Alltag und die dazugehörige Logik.“
„Analysiere dieses Problem und nenne mögliche Ursachen.“
Die Aufgabe rundet den Prompt ab. Sie ist das Ergebnis deiner Absicht.
Wie diese fünf Bausteine zusammenwirken
Ein Prompt ist keine Kunstform, sondern ein kurzer klarer Auftrag. Die fünf Bausteine funktionieren wie ein kleines Gerüst, das der KI Stabilität gibt. Deshalb ist die Reihenfolge sinnvoll.
- Rolle schafft Ton
- Kontext schafft Verständnis
- Ziel schafft Richtung
- Regeln schaffen Struktur
- Aufgabe schafft Aktion
Dieses Schema hilft in jedem Bereich. Beim Lernen, bei Alltagsproblemen, bei kreativen Ideen, bei logischen Analysen und bei Sachthemen. Wenn du diese Struktur einmal verinnerlichst, ist sie leicht wiederverwendbar.
Beispiel für einen vollständigen Prompt mit allen Bausteinen
„Erklär mir als geduldiger Lehrer den Unterschied zwischen Masse und Gewicht. Kontext ist, dass ich die Grundlagen der Physik lernen möchte. Ziel ist eine einfache Einführung. Nutze nur ein Beispiel aus dem Alltag und bleib kurz. Aufgabe ist die Erklärung.“
Dieser Prompt ist klar, strukturiert und leicht für die KI zu verarbeiten.
Um zu zeigen, wie flexibel die Bausteine sind, hier weitere vollständige Beispiele.
Beispiel 1
„Denke wie eine Person, die logische Rätsel mag. Kontext ist, dass ich besser verstehen möchte, wie man Schlussfolgerungen zieht. Ziel ist eine einfache Übersicht. Bitte nutze drei Schritte. Aufgabe ist eine kurze Erklärung logischen Denkens.“
Beispiel 2
„Erklär das Thema fantasievoll und spielerisch. Kontext ist, dass ich meine Kreativität trainieren möchte. Ziel ist ein kleiner Impuls. Bitte nutze ein einziges Vergleichsbild. Aufgabe ist eine kurze kreative Erklärung.“
Beispiel 3
„Erklär sachlich und klar, was eine Wahrscheinlichkeit ist. Kontext ist Schulwissen. Ziel ist eine verständliche Grundlage. Bitte nutze ein Beispiel mit Würfeln. Aufgabe ist die Erklärung.“
Tipps zum Umgang mit dieser Struktur
- Schreibe lieber klar als kreativ. KI versteht klar besser.
- Nutze die Struktur flexibel. Nicht jeder Prompt braucht alle fünf Bausteine.
- Fang klein an. Je weniger du vorgibst, desto freier kann die KI denken.
- Wenn du ein besseres Ergebnis brauchst, präzisiere einen Baustein.
- Teste verschiedene Rollen. Sie verändern den Ton deutlich.
- Lies dir deine Eingabe vor dem Abschicken einmal laut vor. Wenn sie logisch klingt, funktioniert sie meist gut.
- Speichere dir Prompts, die gut funktionieren. Viele lassen sich leicht anpassen.
Kleine Übungsaufgaben für dich
Wenn du die Struktur üben möchtest, probiere diese Aufgaben aus.
Aufgabe 1
Formuliere einen Prompt, der dir ein wissenschaftliches Thema erklärt, jedoch nur anhand eines einzigen Alltagsbeispiels.
Aufgabe 2
Formuliere einen Prompt, der kreative Ideen liefert, jedoch nur in drei kurzen Punkten.
Aufgabe 3
Formuliere einen Prompt, der ein alltägliches Problem analysiert, aber in klaren Schritten bleibt.
Solche Übungen helfen dir, ein gutes Gefühl für Präzision zu entwickeln.
Fazit Teil 2
Die fünf Bausteine bringen Ordnung in jede KI Eingabe. Wenn du Rolle, Kontext, Ziel, Regeln und Aufgabe in klarer Form nutzt, entstehen präzise, verständliche und berechenbare Antworten. In Teil 3 geht es nun darum, die häufigsten Fehler zu erkennen, bewusst zu vermeiden und dadurch noch sicherer mit KI zu arbeiten.
